Fazit, Sommer 2009



Für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr. Abschalten, Nichtstun, Verreisen.
Spätestens jetzt stellt sich die Frage, wohin mit dem Haustier?
Jeder regelt es auf seiner Weise:
Tierpension kostet Geld, Nachbarn wohnen nebenan, Freunde kommen einmal am Tag vorbei, Eltern oder Freunde ziehen so lange ein.
Alles kein Problem, die Katze ist sowieso Freigänger und viel unterwegs. Katzenklappe ist vorhanden, die Katze kann rein und raus, so wie sie es gewohnt ist.
Die Katze sieht das anders.
Wo sind ihre Menschen? Was will die fremde Person? Kein Grund nach Hause zu gehen, denn dort ist ja niemand. Alles ist anders, sie fühlt sich alleine.

Das Endergebnis der Ferien hat sich für die Neusser Katzensuche so dargestellt:
Noch nie haben wir so viele tote Katzen geborgen, begraben, entsorgt und zur
„Aufbewahrung“ bei einem Tierarzt in der Tiefkühltruhe deponieren lassen, bis der Besitzer aus dem Urlaub zurückgekommen war.
Verirrte Katzen, die nicht gekennzeichnet waren, hatten wir liebevoll aufgenommen, bis wir die Besitzer ermitteln konnten. Auch hier war der menschliche Gefährte im Urlaub.
Die Besitzer reagierten oft unwirsch, weil man die Katze einfach „weggeschleppt“ hatte.
Anwohner hatten die Katze tagelang umherirren sehen und aus Angst, dass sie überfahren werden könnte, uns informiert.
Die Recherche, die wir betreiben, wird leider oft nicht anerkannt:
Das Fundtier wird von uns sofort als Fundsache bei der Polizei gemeldet. Suchzettel nach dem Besitzer werden gedruckt und flächendeckend verteilt, das ist sehr zeitintensiv. Das aufgefundene Tier wird mit Foto auf die Internet-Suchseiten gestellt. Anzeigen in Zeitschriften veröffentlicht und das Tier selber sofort einem Tierarzt vorgestellt.
Wenn wir dann das Kätzchen wieder in die Hände der Besitzer zurückgeben, bleibt die Sorge und Hoffnung, dass der Besitzer die
Notwendigkeit einer Kennzeichnung einsieht und sein Tier umgehend chippen lässt.
Einen Chip implantieren ist schmerzlos und gleicht einer Impfung, es dauert nur eine Minute. Ihr Tier wieder aufzufinden ohne Chip ist fast aussichtslos!

Bevor Sie in den Urlaub aufbrechen und Ihre Katze jemanden anvertrauen, sollten Sie dafür sorgen, dass Ihre Katze gekennzeichnet und registriert ist. Nur so hat Ihre Katze die Chance, sollte sie abhanden kommen, zu Ihnen zurückzukehren.

Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass auch
reine Wohnungskatzen dem Urlaubsbetreuer entwischt sind. In zwei Fällen wurden die Katzen nicht in ihrem Zuhause betreut und laufen jetzt ohne Orientierung draußen umher. Wir können nur hoffen, dass diese Katzen nicht überfahren werden.
Ich möchte hier am Rande noch erwähnen, dass ich vor 20 Jahren unsere erste und damals einzige Katze Ginger meinen Eltern anvertraut hatte. Sie zogen für drei Wochen zu uns ins Haus. Bei unserer Rückkehr berichtete meine Mutter mir ganz stolz, dass im Haus kein einziges Katzenhaar mehr wäre und alles sauber sei. Sie hatte unseren Liebling drei Wochen ausgesperrt und nicht mehr ins Haus gelassen. Wir waren entsetzt.